| Uwe Bäz-Dölle (Lauscha) |
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Der gelernte Stahlbauschlosser Uwe Bäz Dölle (*1966 in Gräfenthal) aus Lauscha im Landkreis Sonneberg war in den 1990er Jahren bei den Republikanern aktiv, wechselte 1994 zur DVU und sitzt seit 1999 für diese Partei im Lauschaer Stadtrat. Zur Bundestagswahl 2005 trat er für die NPD als Direktkandidat an. Er pflegt gute Kontakte zu Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum.
Aufstieg in der DVU und kommunalpolitische Popularität Wenn der 40-jährige Unternehmer der Firma „Lauschaer Glas“ heute über seine politische Karriere spricht, dann beginnt diese oft am der Anfang 90er Jahre. Zu DDR-Zeiten sei er aus der FDJ geflogen und bei der Grenzeröffnung 1989 habe die ganze Kneipe in seinem Ort das Deutschlandlied mit allen drei Strophen gesungen, berichtet er stolz in einem Interview mit der rechtsextremen Zeitung „Freiheit Wattenscheid“. [1] Ein Schwager hatte zuvor bereits von einer Montagsdemo in Leipzig Material von den REPs mitgebracht und durch die räumliche Nähe zu Franken empfang Bäz-Dölle Westfernsehen, war begeistert von REP-Bundesvorsitzenden Franz Schönhuber und seiner Sendung „Jetzt red i“. [2] Im Jahr 1991 wurde er Mitglied bei den Republikanern und bei der Gründung des Ortsverbands Lauscha war die Partei mit 24 Mitgliedern stärker als die örtliche CDU. Nach dem Sturz von Schönhuber 1994, ging er direkt danach zusammen mit 15 Mitgliedern zur extrem rechten Deutschen Volksunion. Der heutige Kreisverband im rund 85.000 EinwohnerInnen-zählenden Kreis Sonneberg verfügt über etwa 20 DVU-Mitglieder. [3] 1999 wurde Bäz-Dölle erstmals in den Stadtrat gewählt und im Jahr 2004 mit 8,3 Prozent der Stimmen bestätigt. [4] Während der Wahlkampfaktionen habe er keine Unterstützung von der DVU erhalten, beteuert er später. Flugblätter, Feuerzeuge und Kulis mit DVU-Emblem habe er allesamt selbst bezahlen müssen. Bei der NPD sähe es da wohl besser aus: „Für die DVU sei hinsichtlich des Organisationsgrades sicher mehr möglich“ so Bäz-Dölle im Interview. Er begreift seine Partei nur als Mittel zum Zweck, um sein Ziel „Deutschland und den Reichsgedanken“ zu erreichen. Kritik an seiner extrem rechten Gesinnung fällt seit Jahren spärlich aus. [5] Das Konzept scheint nicht nur im vorpolitischen Raum aufzugehen, sondern trifft auch auf Sympathisanten in der kommunalpolitischen Arbeit. Selbst die örtliche PDS-Fraktion „kann mit dem Mann zusammenarbeiten, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, die Lauscha helfen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Dietrich Greiner. [6] Auch der von Alt- und Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum durchsetzte „Verein zur Pflege deutscher Denkmäler in Thüringen e.V.“ wird für seine Instandsetzung von Wanderhütten und Brünnlein im Thüringer Wald von örtlichen Politikern gepriesen. Selbst Lauschas Bürgermeister, Fritz Köhler (SPD), lobte ausgerechnet im Interview mit der extrem rechten Zeitung „Freiheit Wattenscheid“: „Die DVU hat (...) den Lauschenstein – eine größere Wanderhütte – (...) mit sehr viel Eigen-Arbeit wiederhergerichtet. Ich habe während einer Fahrradtour mal einen Abstecher dahin gemacht und mir das angesehen. Weil ich das daraufhin einmal lobend erwähnt habe, hat sich die CDU darüber aufgeregt.“ Das Lauschaer Rathaus gab dem Verein die Erlaubnis, rund um die sanierte Hütte Kameradschaftsabende und – nach Angaben der rechten Lokalpostille „Der Pappenheimer “ – sogar ein Kinderfest zu organisieren. [7] Selbiges wurde schließlich auch in neonazistischen Internetforen wie der Thüringensektion der Plattform „Radio Freiheit“ ankündigt. [8] Ein örtlicher CDU-Mann lobt Bäz-Dölles Engagement für die Lauschaer Spielplatzlandschaft. Der DVU-Ratsherr, welcher sich auch selbst als „volkstreuen Abgeordneten“ bezeichnet, geniest mittlerweile ein ähnlich gutes Ansehen auf lokaler Ebene wie sein verstorbener Namensvetter Uwe Leichsenring, der im sächsischen Königstein die NPD im Stadtrat anführte und bis zu seinem Tot auch die Funktion des parlamentarischen Geschäftsführers der NPD-Landtagsfraktion inne hatte.
Quellen: [1] http://www.volksfreunde.com/fw/html/htm/archiv/ausg58/fw58s07.pdf sonneberg-niederlage-fr-etablierte-parteien_1398.html
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